Ad Intra · Celia Coe

Wie du NEIN sagst … beim ersten Mal

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Eine Drahtskulptur eines sitzenden Menschen mit Blick auf das blaue Meer.

Unzählige Artikel und Bücher wurden darüber geschrieben, wie man Nein sagt. Ich muss gestehen, dass ich keines davon gelesen habe, denn zwei Dinge fallen mir schon seit meiner Kindheit sehr leicht: nach den Warums des Lebens zu fragen und Nein zu sagen. Nicht, weil ich mir die Möglichkeit verwehre, Neues kennenzulernen; für mich bedeutet Nein zu sagen, ehrlich zu sich selbst und zu anderen zu sein.

Wenn es uns schwerfällt, Nein zu sagen, übergehen wir unsere eigenen Wünsche und geben dem Vorrang, was andere von uns wollen. Und weil wir gefallen möchten, sagen wir Ja zu anderen, obwohl wir eigentlich Nein sagen wollten. Aber wie sagt man Nein, wenn man keine Gefühle verletzen möchte? Einmal hörte ich ein sehr bekanntes Sprichwort: „Ohne Eier zu zerbrechen, gibt es kein Omelett.“ Um Nein zu sagen, müssen wir ehrlich zu uns selbst sein, und sobald wir ehrlich zu uns selbst sind, werden wir es auch zu anderen sein.

Wenn man uns um etwas bittet, das wir nicht tun möchten, müssen wir eine Pause machen. Es muss keine endlose Pause sein, eine Sekunde genügt. In dieser Pause atmen wir, denken nach, wägen ab und entscheiden. Ja, eine Sekunde scheint sehr kurz für diese vier Schritte, aber wir dürfen nicht vergessen: Übung macht den Meister. Diese vier Schritte werden automatisch ablaufen, je öfter wir sie üben, und die Zeit, die jeder einzelne beansprucht, wird sich mit Sicherheit verkürzen.

Um das anschaulicher zu machen, hier ein Beispiel: Wir feiern mit Freunden und möchten keinen Alkohol trinken. Alle werden ein Glas trinken, du bist mit Bestellen an der Reihe. Mach eine Pause. ATME: Bewusstes Atmen (auf Spanisch) hilft uns, Ängste abzubauen, den Puls zu senken, ruhiger zu werden und die Dinge klarer zu sehen. DENKE NACH: Ist es wirklich das, was ich tun möchte? Lautet die Antwort Ja, endet unser Algorithmus hier. Wenn nicht, frage dich: Warum wollen die anderen, dass ich es tue? Weil sie es auch tun oder weil es ein Verhalten der Gruppe ist, das man nachahmen soll. Sobald dir die Gründe klar sind, WÄGE AB: Was sind die Vor- und Nachteile? Nachdem du die drei vorherigen Schritte abgeschlossen hast, ENTSCHEIDE: An diesem Punkt gilt: Wenn du die vorherigen Fragen beantworten konntest, wird dir das NEIN ganz leicht über die Lippen kommen, ohne jedes Schuldgefühl.

Diese Übung sollten wir in unserem Leben zur Gewohnheit machen. Sie macht uns unsere Prioritäten bewusst und zeigt uns, dass wir genauso wichtig sind wie jeder andere Mensch, der uns unter Druck setzen möchte, damit wir seinen Willen erfüllen. Außerdem erinnert sie uns daran, dass der wichtigste Mensch in unserem Leben auf der anderen Seite des Spiegels steht. Wenn wir diesen Menschen nicht glücklich machen können, indem wir ehrlich sind und seine Entscheidungen respektieren, werden wir die Entscheidungen anderer kaum respektieren können.

Anfangs wird uns diese Übung schwerfallen, und wir werden erst beim dritten Mal NEIN sagen, dann beim zweiten, und mit ein wenig Ausdauer lernen wir, beim ersten Mal NEIN zu sagen.