Ad Intra · Celia Coe

Such dir einen Liebhaber

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Ein auf ein Blatt Papier gemaltes rosa Herz neben bunten Wachsmalstiften.

Ja, genau wie du es im Titel gelesen hast: Such dir einen Liebhaber. Wir alle brauchen einen.

Ich habe diesen Satz vor ein paar Jahren irgendwo gelesen, und als ich ihn meiner Mutter sagte — die seit über 40 Jahren verheiratet war —, war sie über meinen guten Rat entsetzt.

Ein Liebhaber ist das, was dich schon beim bloßen Gedanken daran seufzen lässt. Ein Liebhaber ist das, was dieses Funkeln in deine Augen zaubert, wenn du daran denkst. Ein Liebhaber verschönert deinen Tag, entlockt dir ein Lächeln und lässt deine Probleme verschwinden, solange du mit ihm zusammen bist; und er macht sie erträglicher, wenn ihr nicht zusammen seid. Das ist ein Liebhaber: Er stiehlt dir das Herz und die Zeit, nimmt dir den Kummer und nährt deine Seele. Ein Liebhaber ist jenes Instrument, das du so gern spielst, dessen Rhythmus in deine Adern fließt und jede Zelle deines Körpers im Einklang bewegt; ein Liebhaber ist jener Pinsel, den man uns schon als Kindern gab, um unsere Ideen und Gefühle auszudrücken; ein Liebhaber ist jener Sport, den du schon immer ausüben wolltest, jener Tanz, den du schon immer lernen wolltest, um zu spüren, wie sich dein Körper mit jeder Bewegung erneuert; ein Liebhaber ist jenes Buch in deinem Kopf, das deine Hände noch nicht zu schreiben begonnen haben …

Das ist ein Liebhaber: etwas, wovon du keinen Urlaub brauchst, wovon du dich nicht ausruhen möchtest. Es ist das, was deine Tage erhellt, deine Endorphine anregt und das Beste in dir zum Vorschein bringt. Dieser Liebhaber wartet dort draußen auf dich: Geh ein Risiko ein, trau dich, erinnere dich mit dem Herzen daran, was du fühlst, wenn du daran denkst, und handle. Du hast das Steuer deines Lebens in der Hand; die Entscheidung liegt bei dir. Such dir einen Liebhaber.

„Das ist Lieben: zu einem geheimen Himmel fliegen, in jedem Augenblick hundert Schleier fallen lassen. Zuerst das Leben loslassen. Schließlich einen Schritt ohne Füße tun.“

Rumi